Anden Traverse
Im September 2005 startete Christian Stangl sein weitläufigstes Projekt, die Längsdurchschreitung der Atacama-Wüste: 900 Kilometer in 34 Tagen . . . Anfänglich hatte der in der Landschaft verlorene Weitwanderer Schwierigkeiten mit der Einsamkeit und empfand sie mitunter als bedrohlich – gegen Ende hin schlug dies jedoch in das Gegenteil um. Zunehmend fand er Gefallen an Hunger und Kälte, vorallem aber am Alleinsein in der ewigen Weite. Ein Marsch wie dieser reduziert das Leben auf das Wesentliche, der Weg durch die Einsamkeit führt direkt in das Innerste des Menschen und der Gang ins Ungewisse fördert eine unbegrenzte Sicht der Welt.
Eine seiner Erkenntnisse aus diesem Marathonmarsch lautet:
Wenn ich eines Tages ruiniert bin und alles verloren ist, wenn alles schiefgeht und die Welt im Chaos versinkt, wenn nichts mehr geht und ich am Ende des Daseins angekommen bin, dann nehme ich mein Wagerl, zieh es durch die Atacama – und alles ist wieder gut!
