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18.10.2009

Cho Oyu: Odysse Nord

Neuland im Höhenbergsteigen findet sich nur in der Bereitschaft, technisch schwieriger zu klettern oder höhere Risiken einzugehen. Oder in beidem. Die in den Vorjahren gescheiteren Versuche auf dem Gasherbrum beraubten Stangl zwar des jugendlichen Leichtsinns, nicht aber der ungebrochenen Motivation, mit marginalem Aufwand neue Wege im Höhenbergsteigen zu beschreiten. Aus diesem Grund betrat er 2001 erneut tibetanischen Boden, diesmal richtete er sein Augenmerk auf die Nordseite des 8.201 Meter hohen Cho Oyu. Als Vorspeise wurde die Südwand des 7.012 Meter hohen Palung Ri erstbegangen, danach stieg er über eine neue Linie durch die Junge Face auf den höchsten Punkt am Cho Oyu. Wenngleich nicht ganz planmäßig, wurde mit der dem Wortsinn entsprechend titulierten Odyssee NordLinie ein neues Kapitel in der Alpinhistorie aufgeschlagen: Eine neue Route im Alleingang auf einen Achttausender im Alpinstil. Der auch Qowowuyag genannte Berg blieb in der Sammlung des Steirers nicht der letzte Achttausender, doch erreichten die nächsten Anläufe, darunter erneut der Cho Oyu, unter den Auspizien der Zeit noch ganz andere Dimensionen.

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