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24.08.2009

Déjà-vu am Gasherbrum I

Den 8.069 Meter hohen Karakorum-Gipfel im Grenzgebiet zwischen Tibet und Pakistan nennt Christian Stangl schlicht den Einser. Auch hier war eine Neuroute geplant. Allein die Wettersituation vereitelte das Unternehmen: Es ist 18.00 Uhr und ich blicke ein letztes Mal prüfend zum Himmel. Ich habe verloren, es ist das Ende eines Traumes. Es ist mir unmöglich, trotz aller Motivation gegen meinen Instinkt zu handeln, ich kann in diese Wand nicht einsteigen. Gegen Mitternacht beginnt es erneut zu schneien . . . Ein Jahr später wurde das Gasherbrum-Projekt erneut in Angriff genommen; zum Kampf mit den immer wiederkehrenden Wetterkapriolen gesellten sich erhebliche mentale Schwierigkeiten. Die Verhältnisse in der Wand – technisch schweres Gelände gepaart mit unkontrollierbaren objektiven Gefahren – brachten den Sologänger an den Rand der psychischen Belastbarkeit, an die Mutgrenze: Das wird nix! Ich habe genug Jenseitsluft geschnuppert, für solche Waghalsigkeiten fehlt mir einfach der Mumm! Misserfolge gehörten fortan in den Strategieplan und wurden zum integrativen Teil taktischer Überlegungen: Scheitern bedeutet nicht Verzweiflung, sondern Neuorientierung. Und das Scheitern an der eigenen Idee blieb Stangl auch später nicht verwehrt, zuletzt im Jahr 2008 auf dem K2, wo nach elf Toten ein weiteres Déjà-vu folgte: Das wird nix! Neuorientierung – neuer Versuch . . .