Christian Stangl
K2
8.611m – Einfach nur gefährlich!
Der Chogori (=der Große) scheint einer der Schlüsselberge sowohl für das „Crown of the world“ Projekt, als auch für die 14x8.000er zu sein. Vier Sommer in Serie brachten bis dato keinen Erfolg: 2008: Bereits elf Tage nach Ankunft im Basislager startete ich meinen Gipfelversuch. Sehr gute Verhältnisse. Doch oberhalb der Schulter, am Beginn des Flaschenhalses ereignete sich die Katastrophe. Eine Eislawine löste sich und in Folge fanden elf Bergsteiger den Tod. Geschockt von diesem Ereignis trat ich den Heimweg an.
2009 war ich bereits mit einer Handvoll anderer Bergsteiger verschiedener Nationen durch den Flaschenhals hindurch bis an das Ende der Traverse auf ca. 8.300m Höhe. Der Schnee war stellenweise mehr als Hüfttief. Wir waren gut ein Dutzend Bergsteiger und wir brachten es nicht fertig den Gipfel zu erreichen.
2010: Abruzzi Route: Der erste Versuch in diesem Sommer scheiterte bereits unter der Schulter. Ein Schönwetterfenster stellte sich nicht ein. Anfang August startete ich trotz heftigen Steinschlags noch einen letzten Versuch. Die darauffolgende Falschmeldung vom vermeintlichen Gipfelgang ging um die Welt. Eines wollte ich nie wahrhaben, dass man trotz aller Fitness einen solchen Berg nicht besteigen kann. Wenn du das notwendige Glück nicht dazu hast-vergiss es! Bei dem „seven summits speed“ Projekt sowie Shisha Pangma Südwand und vielen anderen Bergprojekten agierte ich ausnahmslos nach dem veni-vidi-vici Prinzip. Und dann kommt man den K2 plötzlich nicht mal mehr nach drei Jahren im „Normalmodus“ über die Abruzzi Route hinauf.
2011: Wir waren zehn Bergsteiger auf der Südseite. Alle auf der Cesen Route. Wir fokussierten den 6.August als den idealen Tag. Bestes Wetter wir prognostiziert. Und es kam wieder einmal, wie es offenbar kommen musste. Im Camp 4, auf der Schulter, drehte in der Nacht der Wind und wurde stärker. Der Gipfel verschwand teilweise in den Wolken. Keiner hatte den Mut für einen weiteren Aufstieg.