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Christian Stangl

K2 - GIPFEL am 31.Juli 2012

8.611m – ohne Flaschensauerstoff

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360° Video from the summit of K2 on youtube

Der Mammut Pro Alpinist Christian Stangl hat es geschafft: Am 31. Juli 2012 kurz nach 16 Uhr erreichte er den Gipfel des 8611 Meter hohen K2.

Der zweithöchste Berg der Welt gilt als einer der schwierigsten - die Erfolgsquote ist tief, das Absturzrisiko ausserordentlich hoch. Nach diesem Erfolg ist Christian Stangl seinem grossen Ziel einen Schritt näher - ihm fehlt nur noch ein Berg, um als erster Mensch die so genannten «Triple Seven Summits» (die Besteigung des jeweils höchsten, zweit- und dritthöchsten Bergs jedes Kontinents) bestiegen zu haben. «Ich bin überglücklich, erleichtert und dankbar», strahlt Christian Stangl in der Ankunftshalle des Flughafens Wien-Schwechat am 8. August. Fünf Sommer in Folge hatte er vergeblich versucht, den Gipfel des K2 zu erreichen. Das Vorhaben führte den Österreicher mental mehrfach bis an seine Grenzen. Am 31. Juli folgt dann die Erleichterung darüber, dass sich Geduld, Durchhaltewillen und das harte Training ausgezahlt haben. «Ich platze vor Glück und fühle mich wie Phönix aus der Asche. Nach all den schwierigen Zeiten, habe ich mich jetzt mit dem Chogo Ri versöhnt», so Christian Stangl. «Chogo Ri» nennen die Einheimischen den Berg in der lokalen Sprache Balti, was «großer Berg» heißt. Mit 8611 Metern ist der K2 der zweithöchste Berg der Welt. Seinen Ruf hat der «Killerberg» allerdings nicht in erster Linie seiner Höhe zu verdanken, sondern der Tatsache, dass die Todesquote an keinem anderen Berg höher ist, als an diesem extrem anspruchsvollen Gipfel.

Erfolg am Schicksalsberg

Der Chogo Ri ist Christian Stangls Schicksalsberg. Der Erfolgsdruck war enorm geworden, nachdem Stangl im Sommer 2010 mit einem vorgetäuschten K2-Gipfelfoto für negative Schlagzeilen gesorgt hatte. Zugleich war es besonders 2011 nicht einfach, die notwenige Geduld und Einsicht dafür aufzubringen, dass es besser ist, lebend zurückzukehren, als bei ungünstigen Wetterbedingungen das Glück herauszufordern.

Dieses Jahr war der extrem anspruchsvolle K2 den Bergsteigern gnädig, nachdem im Vorjahr einzig Gerlinde Kaltenbrunner mit zwei Kasachen und einem Polen am Gipfel stand und in den Jahren 2008, 2009 und 2010 der Gipfel wegen heftigen Stürmen unerreicht blieb.

Stangl stieg auch dieses Jahr wieder von Pakistan aus auf und wählte den Abruzzigrat für den Gipfelanstieg. Von Mitte bis Ende Juli verbrachte er die meiste Zeit im 5.000 m hohen Basislager, gemeinsam mit anderen Bergsteigern, die über die pakistanische Agentur Jasmin ihre Permit erhalten hatten. Gegen Ende des Monats ging es dann als Akklimatisierungstour über das Lager II auf etwa 6.800 m zum Lager III auf etwa 7.400 m Höhe. Wie geplant, verbrachte Stangl gemeinsam mit dem Polen Adam Bielecki die Nacht auf Lager III. Den ursprünglichen Plan, am nächsten Tag wieder abzusteigen, warfen die beiden am nächsten Morgen kurzerhand über den Haufen, als unerwartet das Wetter deutlich besser als vorangekündigt war. Bei bloß 45 km/h Windgeschwindigkeit stiegen die beiden am 30. Juli gegen 22:00 Uhr vom Lager III auf. Sie ließen das Lager IV auf 7.800 m, unterhalb der gefährlichen Schulter, links liegen. Mit ein paar Wallnüssen im rechten Mammut-Jackensack und zwei Liter Flüssigkeit erreichte Stangl nach Adam Bielecki am 31. Juli wenige Minuten nach 16:00 Uhr den Gipfel. Kurz zuvor überholte er Oscar Cadiach, der die Nacht im Lager IV verbracht hatte. Die beiden Männer kannten einander von einer gemeinsamen Expedition im Mai 2011 am Kangchenjunga, einem Berg, wo Stangl wieder Selbstbewusstsein tankte. Nach 23 Stunden war Stangl am 31. Juli gegen 21:00 Uhr wieder im Lager III, dem Ausgangspunkt der Tour, um für einige Stunden zu schlafen und dann weiter ins Basislager abzusteigen.

Im Jahr 2012 waren sechs Männer ohne künstlichem Sauerstoff am K2: Christian Stangl (Österreich), Azim Ghaychesaz (Iran), Oscar Cadiach (Spanien) und Adam Bielecki (Polen) am 31. Juli. Tags darauf folgten noch zwei weitere ohne künstlichen Sauerstoff: Peter Hamor (Slowakei) und Pavel Bem (Tschechei). Dieses Jahr waren 30 Personen - die meisten mit Zuhilfenahme von künstlichem Sauerstoff am K2.

Seinen Gipfelerfolg hat Christian Stangl akribisch genau dokumentiert. Er sendete während der Gipfelbesteigung 21 Mal seine Koordinaten über den Lokalisierungsdienstleister Spotmessenger. Siehe folgenden Link:

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Seine Leistung ist auch in einer 360-Grad-Videoaufzeichnung festgehalten, die unter

360° Video from the summit of K2 on youtube

zu sehen ist. Der Gipfelerfolg gelang Stangl zusammen mit dem Spanier Oscar Cadiach am Tag vor dem Nationalfeiertag seines Schweizer Hauptsponsors Mammut. Auch in bewegten Zeiten ist der Schweizer Bergsportspezialist dem österreichischen Profi-Alpinisten immer treu geblieben.

Triple Seven Summits - oder die 21 Weltgipfel

Seit 8. August ist Christian Stangl zurück und hat ein noch grösseres Projekt im Gepäck: Das aktuelle Ziel des 46-jährigen Steirers ist es, als erster Mensch die 21 Weltgipfel zu besteigen. Die «Triple Seven Summits» sind die höchsten, zweithöchsten und dritthöchsten Kontinentalerhebungen der sieben Kontinente. Mit dem K2 hat Stangl nun 20 von 21 Gipfeln erreicht. Es fehlt nur noch der 5193 Meter hohe Mt. Shkhara an der russisch-georgischen Grenze. Spätestens im Frühjahr 2013 startet Stangl wieder los, um sein Projekt zu finalisieren. Dafür hat er auch reichlich Zeit, denn seine Mitbewerber mit demselben Projektziel sind reichlich abgeschlagen: dem US-Amerikaner Jake Norton fehlen noch 14 Berge und beim Briten Ricky Munday sind noch mehr Gipfel offen. Zwischenzeitlich wird er die klassischen Bergtouren in den Alpen und ein kühles Bier in den Hütten zur Regeneration genießen.

Verifizierung der Gipfelhöhen

Weil weltweit kein verbindliches und verifiziertes Ranking der zweit- und dritthöchsten Kontinentalgipfel existiert, arbeitet Christian Stangl gemeinsam mit dem Kooperationspartner geoAT daran, Klarheit zu schaffen. Die kontrovers diskutierten Gipfel hat Stangl bereits bestiegen und mittels Differenzial-GPS vermessen. Damit sorgt Stangl in dieser delikaten Frage für Transparenz und Klarheit , denn oft sind es machtpolitische Gründe, welche für die divergierenden Höhenangaben verantwortlich sind.

Vorgeschichte

Der Chogori (=der Große) scheint einer der Schlüsselberge sowohl für das „Crown of the world“ Projekt, als auch für die 14x8.000er zu sein. Vier Sommer in Serie brachten bis dato keinen Erfolg: 2008: Bereits elf Tage nach Ankunft im Basislager startete ich meinen Gipfelversuch. Sehr gute Verhältnisse. Doch oberhalb der Schulter, am Beginn des Flaschenhalses ereignete sich die Katastrophe. Eine Eislawine löste sich und in Folge fanden elf Bergsteiger den Tod. Geschockt von diesem Ereignis trat ich den Heimweg an.

2009 war ich bereits mit einer Handvoll anderer Bergsteiger verschiedener Nationen durch den Flaschenhals hindurch bis an das Ende der Traverse auf ca. 8.300m Höhe. Der Schnee war stellenweise mehr als Hüfttief. Wir waren gut ein Dutzend Bergsteiger und wir brachten es nicht fertig den Gipfel zu erreichen.

2010: Abruzzi Route: Der erste Versuch in diesem Sommer scheiterte bereits unter der Schulter. Ein Schönwetterfenster stellte sich nicht ein. Anfang August startete ich trotz heftigen Steinschlags noch einen letzten Versuch. Die darauffolgende Falschmeldung vom vermeintlichen Gipfelgang ging um die Welt. Eines wollte ich nie wahrhaben, dass man trotz aller Fitness einen solchen Berg nicht besteigen kann. Wenn du das notwendige Glück nicht dazu hast-vergiss es! Bei dem „seven summits speed“ Projekt sowie Shisha Pangma Südwand und vielen anderen Bergprojekten agierte ich ausnahmslos nach dem veni-vidi-vici Prinzip. Und dann kommt man den K2 plötzlich nicht mal mehr nach drei Jahren im „Normalmodus“ über die Abruzzi Route hinauf.

2011: Wir waren zehn Bergsteiger auf der Südseite. Alle auf der Cesen Route. Wir fokussierten den 6.August als den idealen Tag. Bestes Wetter wir prognostiziert. Und es kam wieder einmal, wie es offenbar kommen musste. Im Camp 4, auf der Schulter, drehte in der Nacht der Wind und wurde stärker. Der Gipfel verschwand teilweise in den Wolken. Keiner hatte den Mut für einen weiteren Aufstieg.

2012: GIPFEL !

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  • Under the Serac in the Bottleneck

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