Latok II - Bigwall im Karakorum
Latok I bis IV. Die gleichnamige Gipfelkette in der Panmah Muztagh-Gruppe (Karakorum) war 1993 das auserkorene Expeditionsziel einer vierköpfgen Truppe aus dem Gesäuse. Mit dabei: Christian Stangl, Wolfgang Göschl, Andi Hollinger und Tom Strausz. Andi Hollinger: Rückblickend erinnere ich mich an viele Tage in der Wand und einige heikle Kletterstellen. Christian achtete immer sehr auf Sicherheit, behielt s tets einen kühlen Kopf, traf seine Entscheidungen jedoch auch unter Einbeziehung seines Bauchgefühls. Jene, die ihn nur aus Gesprächen im Tal kannten, stellten ihn sich als Kletterpartner ganz anders vor; beim Diskurs über Sinn und Unsinn des Kletterns und Bergsteigens, konnte er glaubhaft den Draufgänger darstellen und wollte von Risiko noch nie etwas gehört haben. Hier am Berg war er gänzlich anders: Ruhig und besonnen, überlegt und lösungsorientiert. Insgesamt verbrachten wir 68 Tage in der Wand und im Basecamp. Das letzte Drittel unserer Zeit am 7.200 Meter hohen Latok II prägte sehr unsicheres Wetter. Am Ende war an den Gipfel nicht mehr zu denken und wir waren froh, zumindest unsere Ausrüstung wieder aus der Wand heraus bekommen zu haben.
