Wie ist es, plötzlich ein Star zu sein?
Ach, mir ist das eigentlich alles zuviel. Und wenn
ich mir all meine Reisen leisten könnte, würden
wir jetzt gar nicht hier sitzen. Viele Leute sagen,
ich sei naiv und verkaufe mich nicht gut. Aber mir
ist das schon lästig, wenn ich auf einer Berghütte
plötzlich von Wildfremden gefragt werde, wo die
nächste Tour hingeht. Ich nehme das den Leuten
nicht übel, aber irgendwie ist man halt nur „Berg“
und „schnell“, aber nicht die ganze Persönlichkeit.
Außerdem gibt es keine Leistungstransparenz wie
beim Fußball, wo der gewinnt, der Tore schießt:
Zehn Sechstausender in sieben Tagen zum Beispiel,
da weiß keiner so genau, was das bedeutet.
Könnten auch zwanzig sein.
Frankfurter Allgemeine Zeitung – 2007/244