Shisha Pangma - Solo durch die Südwand
1998: Die Südwand der Shisha Pangma war Stangls Debüt als Solist an einem 8000er. Die Verhältnisse zwangen ihn dabei, von einer ursprünglichen Neuroute auf die parallel verlaufende Britenroute auszuweichen. Der Aufstieg verlief realtiv planmäßig, am 10. Oktober erreichte er den Gipfel. Doch dann entwickelte sich der Abstieg zunehmend zu einem Lauf um Leben und Tod . . . Tag fünf: Im Minizelt verbrachte er eine weitere Nacht mit Tiefsttemperaturen, Finger und Zehen waren bereits angefroren, die körperliche Substanz in finalen Zügen, Stangls Oberschenkel schrumpften zu einem Stangl (steirisch für dünner Stock"), er hatte konditionell und mental das Limit erreicht. Wachträume erlaubten keine Unterscheidung mehr zwischen Realität und Illusion: ich schwitzte und roch den Kalkgeruch des heißen Schotters im Haindlkar, erreichte endlich die Hütte . . . der Schausberger Hans wankte aus der Hütte mit einem Glas in der Hand, das beschlagen war vom kühlen Nass des Radlers, oben formte der Schaum eine Haube, außen prickelten die Perlen . . . plötzlich schreckte ich auf: Alles nur geträumt! Stangl überlebte das Unternehmen. Die Erkenntnisse aus dem Unternehmen Shisha Pangma waren die Voraussetzung für seine folgenden Projekte.
