Unglaubliche Aufstiege
Die Phase von den Anfängen in der hohen Schule des Gesäuses über technisch schwierige Anstiege bis hin zu den Sologängen an den 8000er-Wänden bezeichnet Christian Stangl als Zeit der Talentfndung. Ein ausschlaggebendes Erlebnis war dabei 1995 die Schibesteigung des Nevado Huascarán: erstmalig verzichtete er auf Gepäck und Zwischenlager und machte damit seine erste unbeabsichtigte Schnellbegehung. Weitere Anstiege folgten in dieser Manier – Stangl nennt dies die Phase des experimentellen Alpinismus in der sich eine Art von Superalpinstil entwickelte. Seit der 2002 erfolgten Rekordbesteigung des Aconcagua in vier Stunden und 25 Minuten wird dieser Stil fortan als Skyrun bezeichnet: Um den Alpinismus weiter zu entwickeln, gibt es eben nur die Schwierigkeit, den Stil und die Geschwindigkeit. Meine Sache ist der Stil und die Geschwindigkeit . . . Die Energie, die andere für das Errichten von Lagern einsetzen, stecke ich in den Aufstieg . . . Und auf die Frage, was eigentlich ein richtiger Skyrun ist antwortet er: Beim Skyrunning fällt einfach alles an Hilfsmitteln weg. Es gibt keinen künstlichen Sauerstoff, keine Proviantlager, keine Zelte. Es gibt nur ein Basislager und den Gipfel, sonst nichts. Und diese Distanz legt man so schnell wie möglich zurück. Es muss sich aber um einen hohen Berg handeln – mindestens 4.000 Meter – sonst wäre es ja ein gewöhnlicher Berglauf.
